Sonntag, 13. November 2016

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Alles im Garten von Edward Albee im Theater Chambinzky

Ich spiele wieder Theater! Herrlichst. Noch bis 5. November im Theater Chambinzky in Würzburg.

Sonntag, 2. Oktober 2016

Gelesen: "Sophia" von Rafik Schami

Als ich 15 war, habe ich mir zu Weihnachten die Calkuttaer Ausgabe der Märchen aus tausendundeiner Nacht in der Übersetzung von Enno Littmann gewünscht. Ich lese bis heute in diesen sechs Büchern und liebe diese Art, verschachtelt zu erzählen, mit so viel Zeit zu erzählen, wie es die Araber können und wie es wohl nur im Morgenland möglich ist, immer noch ganz besonders. Immer hatte ich das Gefühl, zwar Einblick zu nehmen in eine ganz andere Kultur, in der aber immer  doch auch der Böse am Ende verliert und der Tapfere Mutige gewinnt, in der Helden schlau sein dürfen und unerschrocken für das Gute kämpfen, in der geliebt, betrogen und verziehen wird.

Ein bisschen habe ich diese Kultur des Erzählens bei Rafik Schami wiedergefunden und mich natürlich schon lange auf sein neues Buch gefreut.
Genauer gesagt hat das Buch auch noch einen Untertitel: Es heißt "Sophia" oder "Der Anfang aller Geschichten". Und wieder begegnet einem hier eine Geschichte, die in vielen Zeiten und an vielen Orten gleichzeitig spielt und es dabei doch schafft, Böse und Gut auseinanderszuhalten und dem Leser den Spiegel vorzuhalten.
Weite Teile des Buches spielen sich in Damaskus, der großen und bunten Stadt in Syrien ab, die huete zum Teil in Schutt und Asche liegt. Auch der Anfang dieser heute so hochaktuellen Geschichte wird dabei erzählt, der Beginn des "arabischen Frühlings", ursprünglich tatsächlich der friedliche Wille, mehr Demokratie, weiger Willkür und mehr Sicherheit zu gewinnen. Die Protagonisten sind nicht immer nur gut, aber es eint sie der Glaube an die Liebe, die Gerechtigkeit und die Freiheit.

Schami verklärt natürlich, wie fast immer, den Orient und die Menschen die dort leben etwas.
Trotzdem sei das Buch vor allem jedem ans Herz gelegt, der Angst vor "den Flüchlingen" hat.

Denn auch, wenn nicht jeder Schurke nur Schurke, und nicht jeder Gute nur gut ist: Auch Menschen in Syrien wollen Frieden leben. Zusammen. Trotz verschiedener Religionen. Ich sage sehr bewusst Menschen, nicht "Moslems". Denn: 15% der Syrer sind Christen, und sie leben mit ihren muslimischen Landsleuten nun einmal Seite an Seite. Es soll sogar Liebespaare geben, bei denen einer Moslem ist der andere Christ. Und irgendwie haben die Leute dieses Zusammenleben, was für für viele Deutsche eine so große Herausforderung zu sein scheint, sehr lange geschafft - bis ein Bürgerkrieg ausgebrochen ist, bei dem schon objektiv mittlerweile kaum mehr jemand versteht, wer eigentlich gegen wen und für was kämpft. Übrigens: auch Otto-Normal-Moslem findet das im Regelfall echt ziemlich bescheiden, und er zieht lieber in ein Land, in dem er wieder gemütlich sein Gemüse kaufen kann, ohne Angst vor einer Verhaftung zu haben und in dem er seine Kinder vielleicht sogar mal ohne Angst draußen spielen lassen kann.

Mit dem Syrer kommt also vielleicht gar nicht die Burka. Auch keine Überfremdung - denn der Syrer kennt das nebeneinander von Christen und Moslems tatsächlich möglicherweise besser als wir -  er wird uns nicht per se bekehren wollen. Deshalb mal wieder eine Weisheit auf der Zunge zergehen lassen: Ein Wenig Güte von Mensch zu Mensch ist besser als alle Liebe zur Menschheit.

Dienstag, 26. Juli 2016

"Cyrano de Bergerac" in Rothenfels


Der Krimikeller Rothenfels hat in diesem Jahr in der kleinsten Stadt Bayern auf einer Naturbühne Cyrano von Bergerac von Edmond Rostand als Sommertheater im Programm.

In Rothenfels wird das Stück als aufwändiges Open-Air-Event mit Live-Musik, Chor, aufwändiger Lichttechnik und bunten Kostümen auf die Bühne gebracht.

Cyrano ist geistreich, poetisch, mutig. Aber er hat ein Problem: Er hat eine gewaltige Nase, hält sich deswegen für hässlich und leidet sehr darunter. Er ist verliebt in Roxane, doch er traut sich nicht, ihr das zu offenbaren – weil er sich seiner Nase wegen schämt. Eines Tages will sich Roxane mit ihm treffen. Nun glaubt er schon, sein Traum würde in Erfüllung gehen. Aber Roxane gesteht ihm nicht die Liebe zu ihm, sondern zu Christian, den sie zwar noch nie gesprochen hat, sich aber auf den ersten Blick in ihn verliebt hat. Sie bittet Cyrano, sich um Christian zu kümmern. Als Cyrano nun Christian trifft, stellt sich heraus: Christian ist zwar schön, aber dumm. Auch er traut sich nicht, sich Roxane zu offenbaren, weil er glaubt, er könnte wegen seiner fehlenden Beredsamkeit vor ihr nicht bestehen. So schließen sich die beiden zusammen und erobern sie gemeinsam: Cyrano leiht Christian seinen Geist, während Christian Cyrano seine Schönheit leiht …

Ein Stück, das man auch als das Stück schlechthin bezeichnen könnte, weil es alles hat, was Theater ausmacht: Komik, Action, Dramatik, Humor, Romantik, Tragik.

Der Vereinsring Rothenfels unterstützt uns mit Speis und Trank - ganz Rothenfels ist also auf den Beinen und hat ein großes Sommerspektakel geschaffen.
Ich selbst bin nicht nur bei den Vorbereitungen, sondern auch am 30. und 31. Juli, 07., 11., 12., 13. und 14. August vor Ort und werde mich da um die Tontechnik zum Stück kümmern. :-) Wer mich kennt, weiß, dass mich das wesentlich nervöser stimmt als jede Rolle, die ich spielen könnte.

Der BR wird das Stück zur Generalsprobe aufzeichnen und am Premierentag, 28.07.2016, Ausschnitte in der Frankenschau aktuell ausstrahlen. Zwischen 17.30 und 18.30 Uhr wird außerdem live nach Rothenfels geschaltet und von den Vorbereitungen berichtet. Juchuh, wir kommen ins Fernsehen!!!

Mittwoch, 15. Juni 2016

Der kleine Fischbrötchen-Dialog

Neulich an der Fischbrötchen-Theke vom Nordsee-Fischhandel. Die Kundin neben mir deutet auf eins der Brötchen und fragt in schönstem Fränkisch: "Wos issn da da drauf?" Die Verkäuferin prompt und informativ: "Fisch."

Welch bemerkenswertes Feingefühl für die Bedürfnisse des Kunden.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Leuchte-Nostalgie

Heute Haarspülung gekauft. "Lotus-Sandelholz" klang irgendwie edel, nach Glanz, Pflege und voller Haarpracht. Packung aufgemacht und rauf aufs Haupt damit.
Roch auch echt prima - und zwar ganz genauso wie die kleinen Gummiponies aus den 80ern, die im Dunklen geleuchtet haben und die ich als Kind aberwitzig toll fand. Nostalgie pur. Und jetzt habe ich in meinem Haar den ganzen Tag was davon. Leider leuchten sie nicht im Dunklen. 

Samstag, 7. Mai 2016

Gehört: Udo Lindenberg - Stärker als die Zeit


Neulich im Auto auf dem Weg zur Arbeit, an einem megageilen Sonnentag, einem der ersten dieses Jahres, hör ich mal morgens in mein Geburtagsgeschenk rein - das neue Album von Altdeutschrocker Udo Lindenberg. Und ohne Quatsch, auf das Ding hab ich mich schon voll gefreut. 
Der Udo hat mich vor ein paar Jahren mit seinem völlig unvorhergesehenen Comeback ("Stark wie zwei") total überrascht. Da hatte er deutsche Berühmtheiten zusammengesucht (Helge Schneider, Jan Delay) die mit Songs aufnahmen. Konzept aufgegangen, Lindenberg wieder voll dabei. Damals hat der Udo ja eher voll im Jetzt gelebt und einfach nochmal durchgestartet, gesagt "Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur viel zu selten dazu" und dabei noch mal ein bißchen altrockrevoluzzt. 

Heute scheint der Udo-"Ufomann" dagegen absoluten Frieden mit sich geschlossen zu haben, wenn er singt: "Baby, ich sag goodbye zu der Lebensänderungsschneiderei. Konsequenz hat einen Namen - und der fängt mit U an". 
Zeit spielt in beiden Alben ein große Rolle, und so sind auch die einen oder anderen sehr nachdenklich stimmenden Texte dabei. Dabei belehrt er niemanden, sondern singt scheinbar aus seinem Leben und macht einem auch mal ein bißchen Hoffnung: "Ich trag Dich durch die schweren Zeiten, so wie ein Schatten werd ich dich begleiten. Ich werd dich begleiten, denn es nie zu spät, um nochmal durchzustarten und hinter all den schwarzen Wolken wieder gute Zeiten warten."
Sicherlich ist das, so die FAZ, in gewisser Weise ein "Alterswerk". Doch nicht nur, weil ich da absolut tolerant bin, sondern auch weil ich glaube, dass man (in den meisten Fällen) von Leuten, die doppelt so alt sind wie man selber, sicher irgendwas lernen kann: Ich stimme zu, wenn Udo Lindenberg sagt, dass er schon früh festgestellt, hat, dass er mit einer "geilen Matrix" gesegnet ist. 
Eine gehörige Portion sehr selbstbewusste Selbstironie scheint aber auch dabei zu sein, wenn der Udo am Ende nochmal so richtig schön abdreht und in "Dr. Feeelgood" seine speziellen Kenntnisse in der "Udologie" besingt und jeden "Unterrockten" mit der "Panikinfusion" kuriert. Dr. U. bringt also auch noch "kistenweise Libido" mit und ist zweifelsohne absolut partytauglich. (Ich hatte auf jeden Fall eine Megalaune als ich bei der Arbeit ankam.)

Man muss Stimme und den speziellen Duktus durchaus annehmen und sich drauf einlassen, aber den Udo kann man sowieso nur so nehmen wie er ist. Eins nehme ich also mit, wenn ich dem Udo zuhöre: "Und ich werde mich nicht ändern, will keiner anderer mehr sein, ich habe tausend Pläne doch ´n Plan B hab ich keinen - weil´ s eh schon schwer genug ist, einfach nur ich zu sein." 
Also: auf ins Lindenberg-Fanoutfit und ab aufs Konzert. Der Udo tourt dieses Jahr nämlich auch noch. Und ich schätz mal, dass ich ziemlich sicher dabei sein werde.