Samstag, 25. Dezember 2010

Chellos MKK - Dezember 2010

Im Dezember habe ich im Weihnachtsgeschenkerausch kaum Zeit für kuriose Gedanken gehabt. Trotzdem sind mir gerade dabei ein paar Dinge durch den Kopf gegangen, die gut ins Kuriositäten- Kabinett passen. Nämlich die ekligsten Dinge, mit denen man im Advent in der Stadt beim Geschenke kaufen konfrontiert wird:

- rotznasige Kinder, die einen anniesen
- Würzburger Stadt-Tauben
- Rolltreppengeländer im Kaufhaus (aus diesem undefinierbaren Gummiplastik, auf dem schon Millionen von Händen ihre Bazillen abgeklebt haben)
- Türklinken in Parkhäusern (WIRKLICH: Parkhäuser sollten offene Durchgänge haben. Es reicht ja schon, wie es da im Aufgang immer riecht, aber dass ich da noch was anfassen muss, haut mich echt jedes Mal um...)

Tja, da bleibt nur zu sagen: Frohes neues Jahr ohne Bazillen!

Sonntag, 12. Dezember 2010

Katzenkekse am 11.12.2010

Der Dezember ist ja bekanntermaßen der Weihnachtsmonat, und weil alle so viel Zeit in der Adventszeit haben, kann man da Plätzchen backen und es sich gemütlich machen. Hat die Chello auch am Wochenende mal gemacht.
Hauptgrund dafür war, dass ich mir einen tollen Katzen-Plätzchenausstecher gekauft habe, den ich unbedingt mal ausprobieren wollte. Also habe ich aus 300 g Mehl, 100 g Zucker, Vanillinzucker, 2 großen Esslöffeln Rum, Backpulver, Salz, 50 g geriebener Schokolade und 100 g gemahlenen Haselnüssen einen feinen Plätzchenteig zusammengeknetet und mich ans Ausstechen gemacht. Katzenplätzchen! Und weil die Kätzis dann so schön braun geworden waren und echt lecker rochen, wollte ich ihnen noch schwarze Pfötchen verpassen. Die Idee ist ja eigentlich ganz akzeptabel, aber...!

Man sollte dabei bedenken, dass Schokolade klebt. Und deshalb die Plätzchen zum Trocknen auf Backpapier legen, keineswegs jedoch auf ein Küchenbrettchen. Wenn man nämlich letzteres tut, kleben die Katzenpfoten mit der Schokolade daran fest, und zwar so hartnäckig dass man am Ende nur noch Katzenbröckchen vom Brettchen kratzen kann - wie es mir an diesem wundervollen 11. Plätzchen-Dezember passiert ist.
Zum Glück hatte ich für den Liebsten noch Pilz-Kekse ausgestochen, die ich klugerweise auf Backpapier gelassen habe, um sie zu verzieren. Also gibt es dieses Jahr Pilze zum Knabbern (wir hatten ja im Herbst noch icht genug davon), aber keine Katzen. Macht nix, wir sind schließlich sowieso keine Nation, wo man ungestraft Katzen verspeisen dürfte. Trotzdem: An meinen Hausfrauen-Instinken darf gezweifelt werden. Beweisfotos habe ich trotzdem gemacht:


Katzen-Kekse

Dienstag, 30. November 2010

Monatskabinett der Kuriositäten - November 2010

Jeden Monat mache ich einige interessante Feststellungen, die mich erstaunen. Meistens passiert das, wenn ich mit der Black Pearl unterwegs bin... Genauso schnell, wie man im Auto Kilometer runterreissen kann, vergesse ich die ganzen Kuriositäten aber auch schon wieder. Deswegen werden sie jetzt monatlich gesammelt und der Welt kundgetan. Das passiert im Monats-Kuriositäten-Kabinett - Chellos MKK!.

Im November habe ich mir zum Beispiel folgende seltsamen Gedanken gemacht:

- Das Post-Plus-Päckchen wirbt mit Umweltfreundlichkeit und hat ein lustiges grünes Öko-Blümchenmuster, ist aber komplett in Plastikfolie eingewickelt. Aha. "Go Green" heißt also nur, dass ich ein grünes Bild draufmale, verstehe. Da das Päckchen, dass ich am 12.11. versendet habe, zwei Wochen gebraucht hat, um endlich anzukommen, vermute ich allerdings, dass die es ganz umweltfreundlich zu Fuß an den Bestimmungsort bringen.

- In Rocher ist wohl einfach nur Nutella.

- Es ist manchmal sehr seltsam, was für unterschiedliche Leute sich an einer Fußgängerampel versammeln und dort eine kurze Schicksalsgemeinschaft bilden...

-(Habe ich mich schon öfter gefragt:) Warum hört man Katzen nie pupsen?

Samstag, 27. November 2010

Selig in der Posthalle Würzburg - 27.11.2010

Der absolut beste Moment im Leben eines Fans gestaltet sich ungefähr folgendermaßen: Man steht kurz vor der Bühne, die Menge bebt, über den Zuschauern liegt eine gespannte Stimmmung, die sich nahezu scheibchenweise schneiden ließe, die Nebelmaschine wirft nochmal ordentlich Watte in die Beleuchtung und das Bühnenlicht funzelt höchst erwartungsvoll, während die Jubelrufe lauter werden. Und dann betreten fünf Musiker die Bühne: Die beste Band der Welt ist da!!!
Ein paar erste Klänge füllen den Raum, und es wummert plötzlich so richtig schön vom Boden in die Beine. Idealerweise kommt das von Leo Schmidthals´ Bassgitarre, und das wiederum bedeutet nicht anderes, als dass ein Selig-Konzert geboren wird. Leute, das ist das absolute Glücksgefühl - könnte ich jeden Tag haben, nur leider wäre ich dann schon nach kurzer Zeit der Euphorie wohl ziemlich taub...

Selig am 27.11.2010 in Wü
(Das Foto ist natürlich wie immer nix, aber ich hatte wieder nur ein Handy dabei -
betrachtet das einfach als meine kleine eigene Schrulligkeit - danke!)


Die neue Tour von Selig lebt von den neuen Alben "Und endlich unendlich" (2009) und "Von Ewigkeit zu Ewigkeit" (ganz nagelneu aus 2010). Trotz kleinem Würzburg haben sich immerhin so viele Menschen in der Posthalle versammelt, dass eine klasse Stimmung aufkommt - wir sind genau so viele, dass es ausreicht für ordentlich Krach, aber das Ganze noch so richtig schön nah dran ist. Und weil Leo fast zum Anfassen nah herumbasst (ich bin schlagartig wieder 16 und schmachte schön rum - haaach!) und Jan seine Späße mit den Leuten in der ersten Reihe machen kann, ist das fast wie am Samstagabend in der Lieblingskneipe.
Absolute Höhepunkte erreicht meine Stimmung bei Lass sie reden, Glaub mir und Hey ho. - Und ja, Tausend Türen ist live tatsächlich so absolut geil, wie ich es erwartet habe! Mit den alten Songs schau schaut es eher mau aus, da gibt´s wirklich nur die Klassiker. Macht aber gar nichts, denn die neuen reunion-geprägten Sachen treiben mindestens genauso. Da nun aber kein Selig-Konzert ohne Wenn ich wollte und Sie hat geschrien geht, gab es diese Songs als Zugabe. Und: ich revidiere ab sofort jedes nicht ganz so glückliche Wort über das 2010er Album - es ist göttlich, wie immer, und einmal live gehört lässt es einen nicht mehr los.
Wenn es also einen Fan-Himmel gibt, dann war ich heute in der ewigen Glückseligkeit.

Solltet Ihr auch alle machen. Die Tour läuft noch bis zum 20.12.!


Fotos bei Radio Charivari

Sonntag, 21. November 2010

Manege frei im Mainfrankentheater - "Das Feuerwerk" von Paul Burkhard

Ganz ausgesprochen schön finde ich immer Einladungen ins Theater. Am Samstag bekam ich sogar eine Einladung in die Operette, und weil ich 50er-jahre Filme liebe und Klamauk und Glitzer, war "Das Feuerwerk" von Paul Burkhard natürlich total nach meinem Geschmack. Frei nach dem Motto "Zuviel Glitter schadet nicht!!!" hat das Mainfrankentheater eine ganz süße Show mit vielen liebevoll gespielten Charakteren und noch viel liebevolleren Kostümen auf die Bühne gebracht.
Lieben wird es nur, wer es ein bißchen überdreht-schmalzig mag - also Leute wir ich. Wer lieber handfeste Kost zum Nachdenken mag, wird sicherlich bei soviel Einfaltspinselei wie an diesem Operettenabend die Intellektuellen-Krise bekommen.
Die Geschichte von Anna, dem Mädchen aus gutem Hause, das über den weltgewandten Zirkusdirektor Onkel Alex Hunger nach Abenteuern in der großen weiten Welt bekommt und sich schließlich doch eines besseren besinnt, ist vor allem deshalb so schön, weil man sie netterweise genau da gelassen hat, wo sie hingehört: In der Zeit vor 50 Jahren, als man noch Musical-Filme gemacht hat, wo plötzlich ein charmanter Herr im anthrazitfarbenen Anzug hinter einem Baum fröhlich hervorgesungen kam.
Heute wäre der Onkel des Mädchens bestimmt Musikproduzent und die brave Tochter Anna eine Göre in Schlabberklamotten, die von der Popstarkarriere träumt und in den Pizzaboten verknallt ist. Da keiner das auch noch im Mainfrankentheater am Samstagabend sehen will, macht es unheimlich viel Spaß, statt abgeschmackter Neuzeitadaption in eine gute alte Zeit zu fliehen, in der die gestrengen Tanten noch Nana Mouskouri-Brillen und Krokohandtaschen trugen, die Kinder Clowns im Zirkus statt Tokio-Hotel auf der Bühne sehen wollten, der Haus-Gärtner noch jung und attraktiv statt einer Postkarte von Fleurop war und am Sonntag eine Gans auf dem Esstisch stand statt Micro-Grünzeug auf dem Restaurantteller.

Was bleibt also zu sagen zu einem Zirkusdirektor im weißen Anzug mit Zwirbelschnurre, einer Showkönigin im Flitterkleid mit Glitzerpony und einem Haufen Clows, Jongleuren und Pierrots mitten im 60er-Jahre-Wohnzimmer, Raubtanten und Gärtner-Gladiolen?

- Haaach! Die Welt kann soooo romantisch sein!

Wer also ein bißchen Flitter und Melodienromantik im Hirn brauchen kann in dieser tristen Jahreszeit, ist im Mainfrankentheater gerade wirklich prima aufgehoben.

Freitag, 12. November 2010

Allerheiligenkirmes in Soest 2010

Auf dem Weg in den Winter ist es stets ganz außerordentlich wichtig, im Herbst in der ersten Novemberwoche eine kleine Zwischenlandung auf der Allerheiligenkirmes in Soest zu machen. Schon als ich ganz klein war, ist kein Jahr ohne diese Kirmes vergangen. Ich stand damals z. B. total auf diese Ketten aus Knicklichtern und habe mir als Kind eingebildet, die würden länger leuchten, wenn man sie eine Weile in den Kühlschrank legt. Also war nach jeder Allerheiligenkirmes so ein Kringel im Kühlschrank - sehr zur Freude von Eltern und Großeltern, die den dann immer heimlich entsorgen mussten... (Ich habe sogar von den tollen Knicklichterketten geträumt und war immer total enttäuscht, wenn sie nicht mehr geleuchtet haben). Auch mein erster, laut Aussage meiner Eltern wohl etwas gequälter Karussellbesuch, wurde auf der Allerheiligenkirmes absolviert. Es handelte sich wohl um ein Karussell mit vier kleinen Sitzen dran, das mit erschreckender Langsamkeit um sich selbst kreiselte - klein Chello hat natürlich während der ganzen Fahrt geheult. Kleiner Trost: Die Fahrt mit der "Wilden Maus" ein paar Jahre später zusammen mit meinem Papa in einem kleinen Wägelchen, das ständig über die Schienen hinaus zu stürzen schien, habe ich dann besser verkraftet und todesmutig sogar eine zweite Fahrt angetreten. Von der Allerheiligenkirmes existieren jedenfalls eine Menge Geschichten, und immer kommt wieder eine neue dazu.
Auch in diesem Jahr war es also am 06. November wieder soweit. Im Gegensatz zu früher, als ich klein war und immer nur einen von den roten Zuckeräpfeln wollte, habe ich heute nichts gegen Glühwein und Schnäpschen. Wird man auch an jeder Ecke zu eingeladen, zum Beispiel beim Krinoline-Fahren:


Das dumme ist nur, dass ich meistens Fahrer und mit der Black Pearl unterwegs bin... dabei wird man zum Trinken sogar von sprechenden Elchen und anderen lustigen Gestalten animiert.


Wenn es mit Trinken nichts wird, macht das aber gar nichts, weil es auf der Kirmes natürlich das gute Kirmes-Futter gibt!!! Ich liebe Käse-Crêpes, Calamari (frittierte Haushaltsringe) und Champignons. Bsonders schön bunt anzusehen sind aber die vielen tollen Süßigkeiten!

Kokosstückchen

Schoko-Obst

Kirmes-Äpfel

Eine weitere Kindheitserinnerung gibt es auch an fast jeder Ecke: Helium-Luftballons. Früher gab es da Biene Maja, Flip, Dr. Snuggles und die Schlümpfe. Heute sind eher Barbie, Spongebob und Spiderman gefragt. Das schönste Traumpaar habe ich fotografiert: Kitti und Patrick!


Etwas interessant muten die Preise an, die man auf einer Kirmes so gewinnen kann. Man kann dafür Lose kaufen, hau den Lukas spielen (finde ich immer eine fünf-Minuten-Stehpause zum Zugucken wert) oder mit der Flinte auf Karten oder Luftballons schießen. Fast jeder Besucher hat deshalb über kurz oder lang irgendein häßliches Stofftier am Wickel und muss es mit sich herumschleppen.

Das härteste aber war in diesem Jahr der Hauptpreis beim Froschteich, einem Kirmesgeschäft, bei dem man kleine Gummifrösche mittels einer mit einem Hammer zu bedienenden Schleuder in kleine Seerosen katapultieren muss. Die Dame, die den unglaublichen Gewinn - einen riesigen, mittlerweile regendurchnässten Frosch - mit sich herumtrug, hat zum Glück Frösche gesammelt und war auch gleich mit einem Fototermin einverstanden:

Froschteich-Hauptgewinn

Ich war dann ganz froh, bei diesem Spiel noch nie die oberste Seerose getroffen zu haben... ;-)
Das schönste auf der Allerheiligenkirmes ist jedoch das nostalgische Kinderkarussell. Ich liebe schon seit Ewigkeiten die süßen Pferdchen, Glitzer-Spiegelchen und verkordelten Vorhänge an diesem Karussell, frage mich, wo das Karussell schon überall war und ob ich als Kind schonmal damit gefahren bin. Vor dem Karussell verbringe ich in jedem Jahr ein paar romatische Minuten.



Der wahre Inbegriff des Kirmes-Traums...

Die Allerheiligenkirmes, größte Altstadtkirmes Europas, fand in diesem Jahr zum 673. mal statt.
Wer weiter Kirmes-träumen will, kann übrigens den Roman "Spiegelzeit" von Wolfgang und Heike Hohlbein lesen.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Gehört: Von Ewigkeit zu Ewigkeit (Selig) - oder: Von Kassette zu CD

Seit ziemlich genau einem Monat ist das neue Selig-Album da (01.10.2010). Kaum der Erwähnung bedarf wohl der Umstand, dass es sich selbstverständlich seit dem Tag seines Erscheinens in meiner Sammlung befindet und seither umfassender "Gehört"-Prüfung unterzogen wurde.
Als ich das Ding endlich bezahlt in der Hand hatte, habe ich zum ersten Mal - natürlich rein musiktechnisch - die Black Pearl verflucht, weil sei natürlich nicht mit einem CD-Spieler ausgestattet ist, sondern nur ein Kassetten-Radio hat, auf dem während langer Fahrten noch in der Abi-Zeit aufgenommene Tonbänder vor sich hin leiern. Zum Glück gibt es MP3-Player zum Mitrumschleppen... Nun ja, jetzt aber mal zum Album.

Ich gebe zu, dass ich ein bißchen den Bericht darüber scheue, denn das erste was mir dazu beim ersten Hören einfiel ist der Begriff "gefällig". Hinzu kommt bei einigen Liedern manchmal ein Wiedererkennungseffekt, als habe man sich insbesondere beim letzten Album nicht entschließen können, noch ein paar mehr Strophen aufzunehmen und diese nun im neuen Album verwenden würde. So klingt z. B. "5000 Meilen" musikalisch manchmal wie eine Fortsetzung von "Schau Schau". Die Tatsache, dass wohl zum ersten Mal in der Bandgeschichte ein Lied mit Mundharmonika begleitet wurde, macht aus der ganzen Angelegenheit auch nicht gerade ein Feuerwerk der Innovation. "Ich bin kein Gott mehr" hat mich von der Stimmung her fast an "Ohne Dich" erinnert, bricht aber leider dann ab. Schade. "Dramaqueen" scheint eine Nachfolgerin der "Diva" zu sein, kommt aber bei weitem nicht an dieses Stück vom Album "Hier" heran. Tiefer Tiefpunkt in der Selig-Geschichte: "Hol mich hier raus". Kleine Textkostprobe: "Ich bin unendlich gelangweilt vom gelangweilt sein". Fazit: Ein bißchen mehr Langeweile schadet offenbar nicht, denn das Stück wäre im alten Gemütszustand vielleicht wesentlich besser gewesen.
Auf der anderen Seite: Selig ist Selig und bleibt Selig und wird immer Selig sein, und das ist verdammt gut so!

So, und damit wurde auch schon genug Kritik geübt. Denn es gibt in der Tat auch so richtig phantastische Höhepunkte, wenngleich man sie auch einige davon nicht gleich beim ersten Mal hören entdeckt:
"Hey Ho" ist musikalisch auf alter Höhe, auch der Text mit feinen Reimen schmeichelt sich ein.Was ganz eigenes und schön treibend ist auch "Doppelgänger". "Tausend Türen" ist zumindest musikalisch wirklich bombastisch - viele tolle Variationen, geil gesungen und mit wirklich mitziehenden Gitarrenparts - ich wünsche mir nur jedesmal, meine Muttersprache wäre nicht deutsch (Wieder Kostprobe: "Nichts berührt mich außer Schmerzen - alles ok, es kommt von Herzen" - oh mann, das war von irgendetwas zu viel oder entschieden zu wenig...).

Großer Pluspunkt jedoch für "Lass sie reden", das bestimmt live ein Riesending wird. Da fühle ich wirklich wieder richtig gut aufgehoben und fühle mich selig-zuhause.

Richtig hammermäßig ist in der Tat auch "Ich hoffe es hat noch Zeit". Für meine Selig-Geschmack zwar komischerweise eigentlich viiiiel zu ruhig und in der Tat auch wieder mit dem schlimmen Wort zu beschreiben: "gefällig". Aber irgendwie hat´s was, ist nämlich was neues!
Textlich hat interessanterweise dann der Mundharmonika-Song "Gute Zeit" die schönste Zeilen zu bieten: "Die Freiheit ist der Morgen, der seine Schönheit nie verliert" - das ist was für kleine Morgenmuffel wie mich, um den Tag wirklich gut zu starten, sobald ich den Song auf eine meiner Auto-Kassetten kopiert habe.

Also, auf Grund der letztgenannten Lieder: Album ist ein absolutes "HABEN MÜSSEN" - manches mag man einfach verzeihen und es sind ein paar wirklich tolle Songs dabei, auf die ich sicher niemals wieder verzichten möchte. Man muss "Von Ewigkeit zu Ewigkeit" allerdings ein paar Mal hören, um sie komplett zu entdecken.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Mädelsabend!!!

Mädelsabende mit DVD-Genuss sind großartig und aus dem Leben von Frauen nicht hinwegzudenken. Weil Ihr lieben Männer uns ja weiterhin als ausgeglichene und verständnisvolle Freundinnen und Ehefrauen behalten wollt, solltet Ihr über diese Veranstaltungen nicht lachen, sondern im Gegenteil ganz besonders dankbar sein, dass wir diese Abende mit unseren Freundinnen verbringen. Die gelegentliche Treffen sorgen dafür, dass unsere Seele ins Gleichgewicht gerät, weil wir da mal so richtig die Sau rauslassen können, was unsere weibliche Gefühlswelt angeht. Sie sind deshalb so unglaublich wichtig, weil man da viele viele Dinge tun kann, die in Gegenwart eines Mannes einfach undenkbar wären. Ganz nebenbei würden Euch diese Dinge auch überhaupt nicht interessieren, weil Ihr Euer Weibchen ja eigentlich ganz anders kennt und es auch gar nicht an einem Mädelsabend erleben sollt und wollt: Zu viel Frau auf einmal ist ganz bestimmt schädlich! Deshalb eine kleine Auswahl der beliebtesten Mädelabend-Beschäftigungen:

- Filme schauen, die Ihr Euch in Euren kühnsten Alpträumen nicht ausmalen könnt, z. B. Moulin Rouge, Sissi Teil 1-3, Don Juan de Marco, Julie und Julia (kennt bestimmt keiner von Euch!!),
- Gemüsesticks mit Thunfischdipp statt Chips und Schokolade essen, weil wir uns dabei einfach besser fühlen
- laut quietschen, wenn Ryan Reynolds im Fernsehen (endlich!) sein T-Shirt auszieht
- während des Films einfach mal kurz was ganz anderes dazwischenerzählen (wir quasseln halt furchtbar gern)
- über Bauch-Beine-Po-Übungen reden und den Sinn und Unsinn von Anti-Cellulitis-Creme diskutieren
- vor dem Fernseher heulen, wenn im Romantik-Film wer stirbt,
- Bei Twilight darüber streiten, ob jetzt Edward oder Jake besser aussehen (fragt jetzt einfach nicht, wer zum Teufel das schon wieder ist, weil Ihr ja schon mit diesem Reynolds nichts anfangen konntet... schließlich wisst Ihr ja auch nicht, wer Colin Firth ist, stimmt´s???)

Ihr braucht überigens nicht neidisch zu befürchten, dass wir uns da gegenseitig unsere neueste Unterwäsche vorführen - wenn es hart auf hart kommt, packen wir vielmehr unsere Jogginghosen ins Abendgepäck, lümmeln bei der Freundin herum und sitzen dabei einträchtig auf dem Sofa, um in Ruhe Orlando Bloom anzuhimmeln. Alles ganz jugendfrei also, und zu sehen gibt es da nichts, das Eure Phantasie auch nur blaß mondscheinig anregen könnte.
Und auch, wenn wir uns vorm Gang zum Mädelsabend zu Hause schminken: Seid sicher, wir tun das nur aus Gewohnheit und wir wollen NICHT noch irgendwo hingehen, wenn "Casablanca" auf dem Spielplan des heimischen Wohnzimmers steht.
Falls der Mädelsabend in der gemeinsamen Wohnung stattfinden soll: Bietet nicht an, im Arbeits- oder Schlafzimmer den Abend zu verbringen. Geht mit Euren Jungs aus. Geht Kartfahren. In eine Kneipe. Trinkt Bier und schaut schweigend Fussball bei einem Freund, oder was Jungs sonst noch so tun. Beim Jungsabend. ;-)

Sonntag, 10. Oktober 2010

Ende der Pilzzeit 2010

Ich widme mich ab heute wieder anderen Dingen - bis zum nächsten Jahr, liebe Pilze!

Montag, 4. Oktober 2010

Gegessen: Neueste kulinarische Errungenschaften aus dem Wald

Am Wochenende haben wir endlich unsere erste richtige geführte Pilzwanderung mitgemacht. Ich habe so viel gelernt, dass ich schon wieder alles vergessen habe... Ich habe wieder Lacktrichterlinge gefunden und Trompetenpfifferlinge gezeigt bekommen. Auch einen essbaren Reizger habe ich kennen gelernt und einige Exemlare gesammelt.

Gegessen:
Gelben Semmel-Stoppelpilz,
Herbst-Trompeten,
Violette Lacktrichterlinge,
Violetten Rötel-Ritterling.

Hier nun aber mal zwei ganz bekannte Pilze, die man garantiert nicht essen sollte, weil sie so richtig giftig sind:

Fliegenpilz

Pantherpilz

Montag, 27. September 2010

Im Pilzrausch am 26.09.2010

Neueste Impressionen aus dem fränkischen Wald!!!
Was soll ich sagen - kaum zu glauben, mit welchen Farben und Formen einem die Natur auflauern kann. Und satt geworden sind wir noch dazu - herrlichste Herbsttrompeten, violette Lacktrichterlinge, Rotfussröhrlinge und ein Hainbuchenröhrling sind in die Pfanne gewandert. Was es auch neben den Delikatessen sonst auch noch an Giftigem und Ungeniessbarem zu finden gab, ist im folgenden zu sehen:

Ziegenbart










Violetter Lacktrichterling

Violetter Lacktrichterling und giftiger Doppelgänger: Lila Risspilz mit weißen Lamellen.

Bitte den Lacktrichterling auch nicht mit dem Violetten Rötling verwechseln. Er hat eine samtige Haube und ist ebenfalls leider giftig, wenn auch schön anzusehen.












Igelstäubling

damals als Grüner Täubling bestimmt, 
nach Belehrung im Pilzforum aber wohl eher der Grünspan-Träuschling! (Dank an schammer.de/forum :-)


Gelborangemilchender Helmling

Gallertpilz











Alter Flaschenstäubling und Junger Flaschenstäubling
(nur jung mit ganz weißem Fleisch essbar)






Herbst- oder Totentrompete

Wachsbecherling

Strubbelkopf



Violetter Rötelritterling


Herbstlorchel


Grubenlorchel

Dienstag, 21. September 2010

In eigener Sache: Die Sache mit den Pilzen...

Am Sonntag wieder in den Pilzen gewesen, aber nur ein paar verhärmte Rotfussröhrlinge gefunden, an denen kaum was dran war. Die Sache ist die, dass der erste Steinpilz-Boom mit tonnenweise Sommer-Steipilzen wohl auf Grund des pilzophilen Wetters im August schon vorbei ist. Jetzt heißt es: Warten auf den Herbst-Steinpilz.

Und da warten ja auch was meditatives hat, hier ein paar generellen Anmerkungen zu Pilzen im Sauerland und Pilzen in Franken: Zwar wäre ich gerne hauptberuflicher Pilzsammler, aber dummerweise bin ich nur Jurist geworden. Deswegen gilt für alle hier im Chello-Blog eingestellten Fotos: Ihr könnt nie sicher sein, dass der Pilz, der druntersteht, auch wirklich die korrekte Artbezeichnung ist!!! Wir bestimmen unsere Pilze mit dem Buch "Welcher Pilz ist das?" aus dem Kosmos-Verlag.
Dieses ist zwar eine sehr gute Hilfe und schon recht ausführlich geschrieben, jedoch sind da natürlich längst nicht alle Pilze, die es in unseren Breitengraden gibt, aufgeführt. Aus diesem Grund wird hier eine ernst gemeinte Warnung ausgesprochen: Ich fotografiere gern Pilze, deshalb suche ich gern Pilze und als echter Sauerländer bin ich auch gern im Wald!!!
Aber trotzdem gilt: Ich esse nicht alle, von denen ich glaube, sie bestimmt zu haben. Liegt daran, dass meine Trüffelschwein-Ausbildung auch erst im letzten Jahr begonnen hat!
Wie jeder Pilz-Frischling konzentriere ich mich deshalb auf Röhrenpilze. Das sind die, die nicht aussehen wie Champignons, sondern einen richtigen Schwamm statt der Lamellen haben. Lamellenpilze jage ich nur in Foto-Form. Wer sich den Magen verderben will, ist nämlich mit Röhrlingen schon gut bedient. Kann passieren. Ist aber nicht unbedingt tödlich. Anders ist dies bei unseren Freunden, den Lamellenpilzen: Es wird einem furchtbar, schlecht, wenn man einen falschen erwischt hat. Dann wird es besser - und dann geht´s richtig los. Das ist die Phase, in der es den Zellen an den Kragen geht - Lamellenpilze können andere Gifte bieten, und die sind im dümmsten Fall tödlich. Ganz blöd auch: Die essbaren haben ganz oft einen schicken, ganz und gar nicht bekömmlichen Doppelgänger. UND: je nachdem, was der Wetterfrosch sagt, sehen die Dinger auch noch ganz schön unterschiedlich aus! Auch auf die Farbe kann man sich daher auch nicht verlassen. Deshalb Rat von Chello: Nur Steinpilze sammeln, die lassen sich erkennen und Verwechslungen lassen einen nicht gleich Einzug in den Pilzhimmel halten.

Und jetzt: Neueste Trophäen aus dem Gramschatzer Wald!




Sehr schöne Lamellenpilze auf einem bemoosten Baumstamm

Kleiner Waldbewohner

Herbsttrompeten


Birnenstäublinge

Freitag, 17. September 2010

Aus gegebenem Anlass: Würzburg bekommt Star-Allüren

Meldung des Tages laut TV Touring: "Orlando Bloom schwimmt im Adami-Bad".

Seit er verheiratet ist (ohhhhhhhhhh....), ist es mir eigentlich ziemlich egal, wo er schwimmt oder waltet ;-)

Viel besser ist da die Aussicht auf einen Besuch beim Stadtfest. Das Adami-Bad habe ich eh noch besucht - wie so viele Würzburger. Das würde auch erklären, warum Mister Bloom sich ausgerechnet dort von seiner Rolle als Duke of Buckingham erholt...

Kommentar im Übrigen zu den Dreharbeiten von "Die drei Musketiere": Nein, ich habe mich nicht beworben, nein, ich habe mich an keinem Zaun plattquetschen lassen, um Fotos zu knipsen und einen Blick auf die Stars zu erheischen. - Und nein, das ist nicht deshalb unterblieben, weil ich das so doof finde, sondern weil ich gefärbte Haare(Casting-Pfui) und keine Zeit zum Star-Stalken habe... Schaaaaade.... (fast jedenfalls).

Fazit: Ich finde die Stadt-Deko bei den Dreharbeiten toll. Könnte immer so aussehen vor der Residenz. Orlando darf gerne im Adami-Bad plantschen - und ich liebe meine Stadt ;-)!

Samstag, 11. September 2010

Aus gegebenem Anlass: Götz Alsmann und Band in Würzburg

Gestern war es endlich so weit: Nachdem ich mich mal wieder wochenlang in eigener Vorfreude gewälzt und gesuhlt hatte, konnte ich ihm endlich, endlich, endlich wieder aus ein paar Metern Entfernung huldigen und ihn gebührend und live sowie in Farbe bejubeln: Den unbestrittenen Meister der musikalischen Experimental-Exotik, den begnadeten Erfinder des Phantasto-Swings, den Gott des deutschen Schlager-Jazz, den Mr. Stimm-Erotik -

the one -

the only -

GÖTZ ALSMANN!

Der großartige Herr Alsmann stellte nämlich in der Würzburger Musikhochschule sein diesjähriges Programm "Engel oder Teufel" vor. Mit dabei war natürlich auch seine Band, bestehend aus Michael Ottomar Müller, Rudi Marhold, Markus Passlick und Altfrid Maria Sicking. Alles Herren, die die dreißig wohl überschritten haben dürften, aber nichts desto trotz alles mitbringen, was Frauen wünschen und lieben ;-).
Nicht nur für Herz und Ohr wurde etwas geboten, sondern auch der Geist geschult: So wurde ich gestern z.B. ornithologisch fortgebildet, indem mir die Laute der Ochtruper Nachtigall erläutert wurden und ich jetzt weiß, dass der Papageno aus der Zauberflöte sich dagegen wohl eher wie die gemeine Uferschwuchtel geriert. (Ich danke an dieser Stelle Herrn Passlick für die sehr lehrreiche Schulstunde in Vogellauten).

Selbstverständlich wurden auch die von Abenden mit Götz Alsmann erwarteten exotischen Instrumente mit unvergleichlich und unvergesslicher Lautkulisse vorgeführt. Besonders hervorgehoben sei dabei das Stück "Mein Hauptgewinn" aus dem neuen Album - unbedingt mal reinhören und bei einem Schluck Wein in schummrige Beleuchtung getaucht genießen.


Arbeitsplatz von Herrn Sicking

Herr Alsmann füllte Bühne und Abend nicht nur mit Musik, sondern auch mit seinen geistreichen Verbalattacken zur Humoranregung seiner Gäste aus. So verging der Abend so unfassbar schnell, dass man am Ende der zwei Stunden Programm eine wie im Fluge vergangene Zeit hinter sich verspürte. Zum Glück ließ Herr Alsmann sich nicht lange bitte und gab, teils mit Band, teils mit Ukulele insgesamt vier (!) Zugaben. Man verabschiedete sich schließlich mit einem zärtlich ins Publikum gehauchten "Dosvedanje".

Konzerte mit Götz Alsmann sind im Übrigen am spannensten und unterhaltsamsten, wenn man noch kein einziges Lied des Programms kennt. Die Konfrontation eines Abends, der im wahrsten Sinne des Wortes mit Unterhaltungs-Musik gefüllt ist, weil auch für´s Auge etwas geboten wird, ist eben besonders beeindruckend, wenn er schmeckt wie die erste Crème Brûlée des Lebens. So war es auch gestern wieder, weshalb ich allerdings noch vor Ort das aktuelle Album erwarb, da ich vermutlich keine zwei Tage ohne es überlebt hätte - und mich auch schon mehrere Wochen zusammenreißen musste, es mir nicht schon anzuhören, um den Abend wirklich in ganzer Strahlkraft und mit der Überaschung des Entdeckers genießen zu können.

Wir versuchten, den Künstlern am Hinterausgang zwecks Autogrammjagd aufzulauern, dann packte uns jedoch frühzeitig die Lust auf alkoholische Kaltgetränke und wir gaben den Plan auf, um den sehr gelungenen Abend in der Escobar abzuschließen.


Escobar Würzburg

Also liebe Leute, genug des Gesäusels und der langen Worte: Geht zu Götz Alsmann und werft ihm Euer Geld in den Rachen. Ihr werdet es ganz bestimmt nicht bereuen!

Sonntag, 5. September 2010

Fränkischer Charme - Radeln am Main

Gestern haben wir, Besuch von Auswärts im Schlepptau, eine Radtour am Main entlang gemacht. Natürlich muss das in Franken auch mit kulinarischen Hochgenüssen kombiniert werden. Schließlich dürfen ja nicht zu viele, mühsam angefressene Kalorien nun einfach dem Radsport zum Opfer fallen.
Unsere Strampelrösser haben uns deshalb von Würzburg über Randersacker, Eibelstadt und Sommerhausen nach Frickenhausen gebracht, wo es denn auch leckere fränkische geräucherte Würstchen und den ersten Schoppen Frankenwein gab.
Dort hat der Aqarellkünstler Gerhard Weihrauch zufällig eine Ausstellung, weshalb er mit dem Auto vor unserer Nase parkte und seinen Ausstellungskram entlud. Und weil unser Besuch fix war und dem Künstler beim Tragen schwerer Gegenstände ein steile Treppe herauf behilflich war, haben wir einen 2010er Kalender mit Aquarellen der Region geschenkt bekommen. Herr Weihrauch ist sehr nett, gern zu einem Schwätzchen aufgelegt und kommt aus Lindelbach, wo er auch seine Dauerausstellung hat. Er malt in seiner Freizeit - übrigens auch nach Foto und Auftrag.
Nach der Stärkung ging es weiter bis Segnitz, dort über den Main und nach Ochsenfurt, wo wir uns direkt vor dem Stadttor gut versorgt von einer urgesteinigen fränkischen Wirtin mit etwas Kuchen und Kaffee gestärkt haben.


Auf dem Weg zurück durch Sommerhausen, vorbei an liebevoll angelegten Vorgärtchen und einladend hergerichteten Innenhöfen, haben wir dann auch wieder den etwas anderen Ableger des fränkischen Charmes entdeckt:


Wie ich diese direkte Art doch liebe... :-)

Eine Tour am Main kann man übrigens so lang anlegen wie man will, wobei sich jedoch die Sommerhäuser Seite des Mains mit seinem schön angelegten Radweg direkt am Main zum Radeln eher eignet als die andere Seite. Also am besten hinter Ochsenfurt wieder die Seite wechseln. Wer schneller und sportiver ist als wir, kann natürlich auch bis ins schöne Kitzingen radeln und dann bis zurück nach Wü eine Strecke von ca. 70 km am Main entlang rauschen.

Donnerstag, 2. September 2010

Ab in die Pilze! - im Sauerland am 22.08.2010

Wie auch immer man das finden mag - mein Liebster ist einfach voll hin und weg von Pilzen. Seit wir den Super-Steinpilz-Fund gemacht haben, träumt er zumindest nicht mehr nur von Waldspaziergängen und Pilzparadiesen. Stattdessen sind wir öfter mal am Tag tatsächlich da - und ich kann von Glück sagen, dass ich nicht als Trüffelschwein an der Leine geführt werde, während der Liebste mich mit "Such! Such! Such die feinen Pilze!" anfeuert.

Im Sauerland hatte ich ja den Pilzhimmel auf Erden erwartet, aber davon war erstmal nicht allzu viel zu spüren. Statt dessen haben wir nur irgendwelches krudes Zug gefunden, das zwar spektakulär aussah, aber nicht unbedingt als Appetitanreger fungieren konnte.

Da haben wir zunächst mal die Gattung der Baumpilze, die zwar ziemlich interessant aussehen, aber eben auch schon beim Aussehen der Verdacht wecken, einfach nach einem morschen Stück Holz zu schmecken... Der Pilz auf dem Foto war dafür ungefähr so groß wie ein Fußball, weshalb er auch gleich mit der Kamera geknipst wurde (= Pilzjagd für nicht essbare Pilze). Offenbar ein Exemplar des rotrandigen Baumpilzes, das bereits ein stattliches Alter erreicht hat.



Hier haben wir einen Pilz, den wir nicht zweifelsfrei bestimmen konnten, wie es eben so oft bei Lamellenpilzen der Fall ist. Nochmal deshalb: Finger weg von Lamellenpilzen. Klar sehen die fein aus und riechen gut, aber leider hat eben auch fast jeder davon irgendeinen giftigen Zwilling, der ihm verdammt ähnlich sieht. Die Gifte der Lamellenpilze im Übrigen sind oft tödlich! Es ist hier also nicht damit getan, sich die Sache nochmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Zur Entspannung mal kein Pilz, sondern ein wunderhübscher Schmetterling. Als Kind hab ich solche ganz oft gesehen. Heute ist er mir ein Foto wert - schön und traurig zugleich.




Sieht einen Schwefelpilz ähnlich, hat jedoch nicht danach gerochen. Was nicht zu 100% bestimmt werden kann, lassen wir daher stehen.


Pilze, Pilze, Pilze...


...Pilze und Pilze.


Junger Pantherpilz. Hat ein Vielfaches des Giftes eines Fliegenpilzes aufzubieten.


Wahrscheinlich ein junger Knollenblätterpilz.
Soll ausgezeichnet schmecken, aber mit großer Sicherheit nur ein einziges Mal im Leben. Danach gibt es leider keine Chance zum Genuß von Pilzen mehr. Es sei denn, man landet im Pilzhimmel.

Um den Tag nicht mit dem Fund von Giftpilzen abzuschließen, hab ich mir überlegt, schnell noch ein paar Rotkappen zu finden ;-). Da standen fünf sehr schöne Exemplare auf einer Waldlichtung, von denen wir zwei ganz hübsche mitgenommen und mit einem Sahnesößchen genossen haben. Achtung bei Rotkappen: Auf jeden Fall und unbedingt gut durcherhitzen, denn roh verspeist können sie ziemich üble Magen- und Darmprobleme verursachen.
Der Liebste meinte zum Schlussfund, bei nächsten Mal sollten wir lieber anders vorgehen: Da ich dazu neige, den guten Fund immer erst auf dem Weg zurück zum Auto zu machen, gehen wir beim nächsten mal einfach in den Wald, setzen uns zwei Stunden auf einen Baumstumpf, gehen zurück, nehmen auf dem Weg meinen obligatorischen Fund mit und sparen uns das Rumgerenne. - Naja, ich weiß nicht... auch ich als Röhrenpilzschwein muss mich schließlich erst warmsuchen. Aber das mit den Pilzen, das könnte glatt mein neues Hobby werden.